Widerstandsära

Widerstandsära

Chronologie einer Widerstandära gegen den Bau des Atomkraftwerkes Remerschen in Luxemburg sowie zeitgleich gegen den Bau des Atomkraftwerkes Cattenom (Frankreich) und dessen Weiterbetrieb.

Foto 1: Atomkraftwerk Cattenom. © Ute Schlumpberger.

Foto 2: Anti Cattenom Demo in Dillingen Lokschuppen, 23. März 2012 mit Überreichung eines offenen Briefes mitsamt zahlreichen Unterschriften an Frau Angela Merkel, sich in die Energiepolitik Frankreichs einzumischen. Schließlich interveniert Deutschland in die Friedenspolitik anderer Staaten. © Ute Schlumpberger.

Foto 3: Anti Cattenom Demo in Perl am 15. Nov. 2014 im Kreisverkehr Dreiländereck - an der B419 vor der Schengener Brücke. © Ute Schlumpberger.

Grafik 4: "Cattenom - Den Pannen-Reaktor Abschalten" Grafikrechte von Ambrosius Theis an Bürgerinitiative Cattenom Non Merci übertragen. 

Foto 5: Grenzüberschreitende Anti Cattenom Demo  17-09.2011 für den Stopp des AKW Cattenom in Perl. © Egon Sommer.

Foto 6: EU Stresstest am AKW Cattenom 2014 von L. nach R - Ute Schlumpberger, Helmut Wesolek, Heidi Schmitt, Brigitte Artmann. © Artmann.

Foto 7 Anti Cattenom Demo 2011 vor dem Atomkraftwerk Cattenom ©unbekannt

Foto 8 Atomkraftwerk Cattenom und See Mirgenbach © Ute Schlumpberger

Foto 9 Atomkraftwerk Cattenom © Ute Schlumpberger

Foto 10 Anti Cattenom Demo 2024 vor dem AKW Cattenom 2024 ©unbekannt

Foto 11 Protestfoto gegen die geplante Laufzeitverlängerung Cattenom  © Ute Schlumpberger

Foto 12 Anti Cattenom Demo in Metz  ©unbekannt 

Foto 13 Antiatomdemo Saarbrücken April 1980 April © Mäfä

Foto 14 Anti Cattenom Demo 2011 vor dem Atomkraftwerk Cattenom ©unbekannt 

Foto 15 und 16 Anti Cattenom Menschenlkette 2011 zwischen Apach, Perl, Schengen

Foto 17 und 18 Anti Cattenom Demo in Perl 2017

Foto 19 und 20 Anti Cattenom Demo in Perl im Kreisverkehr 2012

Foto 21 und 22 Anti Cattenom Demo in Perl 2016

Foto 23 Grenzüberschreitende Anti Cattenom Demo März 2011 gegen den Weiterbetrieb des AKW Cattenom über die Schengener Brücke - von Perl nach Schengen und bis zur franzöischen Grenze nach Apach. Bildquelle: https www mywort lu-en-mywort-schengen-news-demonstration-gegen-atomkraft-in-drei-laendern

Die Produktionseinheiten des Atomkraftwerkes Cattenom:

Produktionseinheit 1: Baubeginn 29.10.1979 – ging am 13.11.1986 in Betrieb – obwohl sich am 26. April 1986 die nukleare Katastrophe im AKW Tschernobyl ereignete.

Seit dem 13.11.2016 befindet sich Einheit 1 des AKW Cattenom insgesamt 30 Jahre in Betrieb und erlangt 2026 insgesamt 40 Jahre Betriebszeit. 

Für Einheit 1 wurde die Betriebszeit am 25. Okt. 2016 für weitere 10 Jahre (bis 2026) erteilt.Seit Inbetriebnahme der Reaktoren finden nur alle 10 Jahre Sicherheitsüberprüfungen (Visite Décennale) (Revisionen und Prüfungen) der Reaktoren statt. Die französische Atomaufsicht ASN (Autorité de sûreté nucléaire) erteilt danach, manchmal auch mit zu erfüllenden Auflagen, sodann den Weiterbetrieb des jeweiligen Reaktors auf weitere 10 Jahre.

Produktionseinheit 2: Baubeginn 28.07.1980 – ging am 01.02.1987 in Betrieb. Seit dem 17.09.2017 befindet sich Produktionseinheit 2 des AKW Cattenom insgesamt 30 Jahre in Betrieb und erlangt 2027 insgesamt 40 Jahre Betriebszeit. Für Einheit 2 wurde die Betriebszeit im Oktober 2018 für weitere 10 Jahre (bis 2028) erteilt.

Produktionseinheit 3: Baubeginn 15.06.1982 – ging am 06.07.1990 in Betrieb. Nächste Sicherheitsprüfung 2021, erlangt 2030 insgesamt 40 Jahre Betriebszeit.

Produktionseinheit 4: Baubeginn 28.09.1983 – ging am 27.05.1991 in Betrieb. Nächste Sicherheitsprüfung 2023, erlangt 2030 insgesamt 40 Jahre Betriebszeit.
Jede Produktionseinheit hat eine Nettoleistung von 1300 MW und eine Bruttoleistung von 1362 MW.
Weitere Infos zum Atomkraftwerk Cattenom

CHRONOLOGIE EINER LANGEN WIDERSTANDSÄRA:

Gegen den Bau des Atomkraftwerks Remerschen sowohl als auch

Gegen den Bau des Atomkraftwerks Cattenom

Der französische Stromkonzern "Électricité de France" (EdF) und das Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk (RWE) streckten ihre "Fühler" nach dem Bau eines Atomkraftwerkes im Dreiländereck am Standort Remerschen aus. Die damalige deutsche Bundesregierung wurde zu einer Einigung informiert. Die deutsche Bundesregierung sowie der damalige Ministerpräsident des Saarlandes, Franz-Josef Röder, und der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Helmut Kohl unterstützten das Projekt. 

Das damalig geplante Atomkraftwerk Remerschen in Luxemburg sollte weitgehend baugleich mit dem Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich (Druckwasserreaktoren) in Rheinland-Pfalz sein und die geplanten Kosten waren mit 1,5 Milliarden DM kalkuliert.

1973 wurde der Bevölkerung in der Saar-Lor-Lux-Großregion die Planungsphase des AKW Remerschen (Luxemburg), ungefähr an der heutigen Stelle zwischen dem Kreisverkehr und dem 1. Baggerweiher des Geländes der "Schengener Wiss" - heutiges Naturschutzgebiet "Haff Réimech" – sowie zeitgleich die Planungsphase des Atomkraftwerkes Cattenom, nahe des gleichnamigen Ortes (Frankreich) bekannt.

Im Herbst 1973 wurde die "Biergerinitiativ Museldall" von Frau Elisabeth Kox-Risch gegründet, die den Widerstand gegen den Bau des AKW Remerschen in Luxemburg eingeleitet und während Jahren im Luxemburger Land mitbestimmt haben.

1974 begann in Folge aktiver und breit gefächerter Widerstand von luxemburgischen, deutschen und französischen Bürgern auf den Straßen sowie an den Grenzübergängen oder in Städten und Dörfern der Saar-Lor-Lux-Großregion.

Um verstärkt politischen Druck auf die saarländische & französische Politik gegen den Bau der Atomanlagen Remerschen und Cattenom zu erlangen, schlossen sich 1974 aus den damaligen starken Protesten eine Gruppe von atomkritischen Bürgern zusammen und gründeten im saarländischen Raum die erste Anti-Atom-Initiative Cattenom Nein Danke. 

Zu jener Zeit hieß es, dass eine Gesetzeslücke existiere, dass, wenn ein nicht zu bewegender oder schwerlich zu entfernender Gegenstand auf einem Baugelände stehen würde, ein Bauvorhaben nicht realisiert werden könne. Demnach platzierten Moselwinzer während der Widerstandsära unter anderem einen ausrangierten Eisenbahnwagen auf dem Gelände der "Schengener Wiss". Der Eisenbahnwagen wurde sodann von Aktivisten kreativ bemalt und diente lange Zeit als Basislager. 

Januar 1976: Der Gemeinderat von Remerschen stellte sich gegen den Bau des AKW Remerschen.

Am 11. Dezember 1977 stimmte die sozialistische Partei LSAP mit knapper Mehrheit aufgrund der starken Proteste für ein Moratorium. 

Dezember 1978 erhielt die luxemburgische Regierung keine Mehrheit im Parlament für den Bau des Atomkraftwerkes Remerschen.

1979: Das Projekt Atomkraftwerk Remerschen wurde endgültig von der luxemburgischen Regierung verworfen. Diese Entscheidung wurde auch aufgrund der massiven Anti-Atomkraft-Bewegung in der Saar-Lor-Lux-Region getroffen. Dies war der erste große Erfolg der Anti-Atomkraft-Bewegung.

04. Juni 1979 fand eine Großdemonstration in Thionville (Frankreich) gegen die Bauplanung des AKW Cattenom statt.

Der Widerstand gegen die Bauplanung des AKW Cattenom ging bis Mitte der 1990er Jahre an den Grenzen, teilweise auf der Baustelle Cattenom sowie in Thionville, Saarbrücken, Metz und Trier weiter.

Dem Widerstand wurden während dieser Jahre oftmals durch die noch geschlossenen Grenzen fast unüberwindbare Hindernisse wie z. B. durch bewaffnete Polizisten gesetzt, die mit Wasserwerfern und Schlagstöcken "geschmückt" waren und die Landesgrenzen zwischen Frankreich – Luxemburg und Deutschland blockierten. Nach Grenzübertrittsverboten für die AtomkraftgegnerInnen wurden zahlreiche Grenzblockaden im Dreiländereck bei Apach, Perl, Schengen und Frisange organisiert.

Hin und wieder gelang es dennoch vielen Aktivisten über Schleichwege bis zur Cattenom-Baustelle durchzudrängen, um dort gegen den Bau des AKW Cattenom zu protestieren.

April 1986; ganz besonders direkt in Folge der nuklearen Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986 im Block 4 sowie wenige Monate vor der Inbetriebnahme der Einheit 1 am 13.11.1986 im Atomkraftwerk Cattenom, gingen erneut zig tausende Menschen zum Protestieren auf die Straßen der Saar - Lor - Lux Großregion.

Unmittelbar in Folge der nuklearen Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wurden verschiedene Bürger &- Anti Atom Initiativen im saarländischen sowie im französischen Raum gegründet.

Am 21. August 1986 wurde durch menschliches Versagen ein Entwässerungsventil im Kühlkreislauf nicht ordnungsgemäß verschlossen. Dadurch liefen rund 400.000 bis 500.000 Liter Kühlwasser in die Untergeschosse der Reaktorblöcke 1 und 2. Das Wasser musste aufwendig abgepumpt werden. Der Vorfall, der sich kurz nach der Katastrophe von Tschernobyl ereignete, führte zu vermehrten heftigen Protesten in der Saar-Lor-Lux-Region. Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=J9dRj9fTqaI

Während dieser Phase äußerte sich z. B. Oskar Lafontaine durch einen Auftritt auf einer lothringischen Protestwiese gegen die Atomanlage Cattenom.

Die erste Produktionseinheit im Atomkraftwerk Cattenom ging trotz vehementen Widerstands in der Saar-Lor-Lux-Region am 13.11.1986 in Betrieb und – obwohl sich am 26. April 1986 die nukleare Katastrophe im AKW Tschernobyl ereignete.

April 1986: Ambrosius Theis war unmittelbar in Folge der nuklearen Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im April 1986 Mitbegründer der Bürgerinitiative gegen die atomare Bedrohung Saarwellingen. Außer, dass er als aktiver Atomkraftgegner an allen Anti-Atom-Protesten in der Großregion teilnahm, ermittelte Ambrosius Theis auch seitdem mit einem Geiger-Müller-Zählrohr die Werte der Umgebungsradioaktivität (in dieser Zeit 239 Nano-Sievert). Die ersten Jahre haben er und seine Frau täglich mehrfach die Werte in einem Buch mit Symbolen zu den Wetterbedingungen gesammelt. In den ersten Jahren wurden täglich mehrfach diese Werte, mit Datum und Uhrzeit, in einem Heft notiert. Zusätzlich wurden die Wetterbedingungen in Form von Symbolen eingetragen. Einige Jahre später installierte Ambrosius Theis ein Datenspeichergerät, um die Daten am PC in einer monatlichen Grafik sichtbar zu machen: Seitdem haben sich Unmengen an Daten auf Blättern, in Ordnern und Büchern angesammelt. Diese wurden im örtlichen Gemeindeblatt veröffentlicht.

Als Beispiel der Werte der Umgebungsradioaktivität, unterhalb die Dateien "Grafiken Juni und August 1990 im Vergleich".

April 1986: André Burger gründete in Metz (Frankreich) unmittelbar in Folge der nuklearen Katastrophe in Tschernobyl, die Anti-Atom-Initiative "Sorton du Nucleaire Moselle". Er organisierte in der Umgebung von Metz Anti-Atom-Proteste und informierte französische BürgerInnen über die radioaktiven Gefahren.

17.05.1986: Protestierten in Trier ca. 6.000 Menschen gegen den Bau der Atomanlage Cattenom.

15.06.1986: Protestierten über 20.000 Menschen in Koenigmacker (Frankreich), nur ca. 3,5 km von der damaligen Baustelle Cattenom entfernt, gegen den Bau des Atomkraftwerks Cattenom.

24.06.1986: Protestierten in Saarbrücken ca. 5000 Menschen gegen den Bau des Atomkraftwerks Cattenom.

03.08.1986: Blockierten unzählige Aktivisten die Verbindungsstraße nach Cattenom.

1986; gründete sich aus den zahlreichen Protesten die "Internationale Aktionsgemeinschaft gegen Cattenom": Jene wurde Anfang 2011 in einem Bündnis aus verschiedenen Anti-Atom-& Bürgerinitiativen, Umweltschutzverbänden aus Frankreich, Saarland, Luxemburg & Rheinland-Pfalz wiederbelebt.

13.09.1986: wurde eine Menschenkette zwischen Perl und Apach sowie Schengen gebildet.

https://taz.de/Menschenkette-gegen-Cattenom/!1877742/

01.11.1986: wurden von zahlreichen Aktivisten die französischen Grenzen vor der Inbetriebnahme von Cattenom Einheit 1 blockiert.

Mitte der 80er Jahre: Die starken & vielfältigsten Proteste brachten die Cattenom-Anlagen bis auf die politische Bühne. Mehr und mehr Gemeinden und Städte schlossen sich für den Klageweg gegen die Cattenom-Anlagen zusammen. Die Klagen wurden damals medial groß in Szene gesetzt und blieben am Ende leider ohne Erfolg. Die geführten Klagen beriefen sich u. a. auf genehmigte Höchstwerte in der Abgabe von radioaktiven Stoffen über Kühlwasser in die Mosel und über die Abluft. (unterhalb separater Artikel angeführt: Klagen)

Atomexperten äüßern sich zu Ableitungen von radioaktiven Stoffen über Wasser und Luft durch Atomkraftwerke: Der Fehler in der Argumentation seitens der Politik sowie der Umweltministerien liegt darin, dass die Aussagen sich auf den Einzelfall des betreffenden AKW und dessen Grenzwerte beziehen.
Das Ableiten von radioaktiven Stoffen über Wasser und Luft durch Atomkraftwerke passiert jedoch an allen AKWs, womit ein Kollektiv von Menschen betroffen ist.

10 Oktober 1986: Bestiegen morgens neun Aktivisten der Umweltschutz-Organisation Robin Wood einen Kühlturm im AKW Cattenom und hissten ein Transparent mit der Schrift: "Strom ja - so nicht! Non au Nucleaire".

1997: Wurde das Réseau Sortir du Nucléaire (Netzwerk Ausstieg aus der Atomkraft, Frankreich) gegründet. Das französische Netzwerk Sortir du Nucléaire ist ein Zusammenschluss von mehr als 900 französischen Anti-Atomkraft-Gruppen und wurde aus Anlass der Stilllegung des schnellen Brüters Creys-Malville (Superphénix) gegründet.

Oktober 2008: Im Oktober wurde im Raum Neunkirchen eine Bürgerinitiative Cattenom Nein Danke gegründet, dessen Mitbegründer Bernd Thul war. Ziel dieser Bürgerinitiative: die Gefahren der Atomenergie wieder stärker in der Öffentlichkeit zu thematisieren.

2009: Anfang September 2009 belebte Ute Schlumpberger die 1974 gegründete Anti-Atom-Initiative in Form einer Bürgerinitiative mit Gleichgesinnten wieder. Die Bürgerinitiative erhielt den Namen "Cattenom Non Merci", damit Frankreich unser Anliegen sprachlich nachvollziehen konnte. Seitdem werden erneut grenzübergreifende Proteste für die sofortige Schließung respektive gegen den Weiterbetrieb der Cattenom-Anlagen sowie für den Stopp des Endlagerprojekts Bure organisiert und realisiert. Durch diese Proteste wurden die Cattenom-Anlagen bis auf die europäische politische Bühne getragen. Mehr über unsere Protestaktionen

Zwischen 2009 und 2016 wurden mehrere internationale, länderübergreifende Menschenketten zwischen Perl, Schengen und Apach organisiert, die die drei Länder Luxemburg, Deutschland und Frankreich verbunden haben – auch um Frankreich symbolisch aufzuzeigen, dass Radioaktivität keine Grenzen kennt.

2010: Anfangs 2010 wurde das AABS (Anti-Atom-Bündnis Saar), ein Aktionsbündnis bestehend aus verschiedenen Anti-Atom-& Bürgerinitiativen, Umweltschutzverbänden, Parteien aus dem saarländischen Raum, in Saarbrücken gegründet, die von 2010 bis 2012 Montagsdemos gegen den Betrieb von Atomkraftwerken in Saarbrücken ausführten.

2011 gründete Ute Schlumpberger die Bürgerinitiative Cattenom Non Merci in einen Verein unter gleicher Bezeichnung.  

2011: Anfangs 2011 wurde die damalige "Internationale Koordination gegen Cattenom" als "Internationale Aktionsgemeinschaft gegen Cattenom (IAC) in einem Bündnis aus verschiedenen Anti-Atom-und Bürgerinitiativen und Umweltschutzverbänden aus Frankreich, Saarland, Luxemburg und Rheinland-Pfalz zwecks Organisation von grenzüberschreitenden Demonstrationen für die Schließung des AKW Cattenom sowie für den Stopp des Endlagerprojekts Bure wiederbelebt.

28. März 2011: Wurde das Lëtzebuerger Aktiounskomitee géint Atomkraaft (Luxemburger Aktionskomitee gegen Atomkraft) mit dem Ziel des sofortigen und endgültigen Stopps der AKWs Cattenom, Chooz, Fessenheim (F), Tihange & Doel (B) und Biblis, Philippsburg (D) gegründet.

25. April 2011: Großdemo vor dem AKW Cattenom zum Tschernobyl-Jahrestag. Über 6000 Teilnehmer fanden sich vor dem AKW Cattenom auf dem Parkplatz am Mirgenbachsee ein. Mobilisierungskampagne & Organisation: Internationales Aktionsbündnis gegen Cattenom (IAC) (Bündnis aus versch. Anti-Atom-und Bürgerinitiativen, Umweltschutzverbänden aus Frankreich, Saarland, Luxemburg & Rheinland-Pfalz). 

2016: Ende des Jahres 2016 ging erneut durch die mediale Welt, dass die saarländische sowie Rheinland-Pfalz Rheinland-Pfalz-Landesregierung eine Klage für die Abschaltung der pannenbelasteten Cattenom-Anlagen führen wollen. Daraufhin wurde erst einmal ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben und am 28. Juni 2017 vorgelegt. Am Ende hieß es, dass für eine mögliche Klage nur Rechtsmittel nach französischem Recht - nicht aber nach europäischem Recht – in Betracht kämen und dass eine Klage nur dann Aussicht auf Erfolg habe, wenn Nachweise für ein schwerwiegendes Risiko (z. B. bei der Erdbeben- oder Hochwassersicherheit) vorgelegt werden könnten. Es wurde daher von der Erhebung einer Klage abgesehen.

https://mkuem.rlp.de/themen/umweltschutz-/-umwelt-und-gesundheit/atomkraft/akw-cattenom

12.10.2017: zeigten Greenpeace Aktivisten auf dem Gelände des AKW Cattenom den unzureichenden Schutz der Anlage auf, https://www.heise.de/news/Atomkraft-Greenpeace-Aktivisten-zuenden-Feuerwerk-auf-AKW-Gelaende-Cattenom-3859811.html indem sie in die Cattenom Anlagen eindrangen und in der Nähe eines Gebäudes mit einem Abklingbecken für Brennelemente ein Feuerwerk zündeten, um somit auf eine jederzeit mögliche Gefahr durch Terrorismus aufmerksam zu machen.

KLAGEN im Zeitraum 1986 bis 1989:

13.04.1986 Klage wegen genehmigten Höchstwerten & Abgabe von radioaktiven Stoffen über Kühlwasser in die Mosel und Abluft - Quelle Spiegel: Vom Tisch gefegt

Kabinett Lafontaine mitsamt Umweltminister Jo Leinen und Wirtschaftsminister Hajo erfuhren über Bonner Umwege, dass Paris trotz aller Einsprüche bereits Ende Februar die Betriebsgenehmigung für alle vier Blöcke der Atomzentrale Cattenom erteilt hat.

Hierbei ging es auch um die offiziell genehmigten Höchstwerte für radioaktive Emissionen über Kühlwasser in die Mosel und Abluft mit 15 Curie pro Jahr für jeden der 1300-Megawatt-Reaktoren, die fünfmal höher sind, als in der Bundesrepublik.

Die saarländische Landesregierung klagte mit Bürgermeistern, Landräten sowie Bürgerinitiativen der Grenzregion vor dem Verwaltungsgericht in Straßburg gegen die Entscheidung der französischen Behörden.

In zähen Sitzungen der deutsch-französischen Kommissionen wurde von den Franzosen lediglich akzeptiert, die Wärmebelastung der Mosel nicht über 28 Grad ansteigen zu lassen und die radioaktiven Abgaben von "lediglich" zwölf Curie jährlich bei allen vier Blocks den deutschen Strahlenschutzbestimmungen anzupassen.

23.09.1988: Europäischer Gerichtshof erklärt Betrieb der Blöcke I und II des Atommeilers für rechtswidrig - Quelle taz-de

Blöcke I und II des französischen Atomkraftwerks Cattenom verstoßen nach dem verkündeten Urteil des Europäischen Gerichtshofs gegen EG-Recht. Trotzdem denken weder die französische Regierung noch die staatliche Betreibergesellschaft "Electricite de France" (EDF) daran, den Atommeiler im deutsch-französisch-luxemburgischen Dreiländereck abzuschalten.

Das höchste europäische Gericht schloss sich im Wesentlichen der Auffassung von Generalanwalt Gordon Slynn (eine Art europäischer Staatsanwalt) an, wonach Frankreich die EG-Kommission nicht rechtzeitig vor der Inbetriebnahme über den radioaktiven Ausstoß des Atomkomplexes und die möglichen Belastungen der Nachbarländer informiert hat.

Damit habe Paris gegen Artikel 37 des Euratom-Vertrages verstoßen.

Die Klage war von der Saarländischen Landesregierung und zahlreichen Kommunen und Bürgerinitiativen auf den Weg gebracht worden. Das zunächst zuständige Verwaltungsgericht in Straßburg hatte den Europäischen Gerichtshof angerufen und ist nun an das höchstrichterliche Urteil gebunden. Über die Konsequenzen herrscht noch Unklarheit. Das Industrieministerium in Paris meldete sich zu Wort. Man werde den "Gerichtsentscheid bei allen künftigen Genehmigungsverfahren für radioaktive Ausstöße" berücksichtigen und den Betrieb der betroffenen Reaktorblöcke in Cattenom so schnell wie möglich mit den Bestimmungen in Einklang bringen.

Was das praktisch bedeutet, ließ unmissverständlich ein hoher EDF-Funktionär verlauten: "Wir schalten auf keinen Fall ab".

Die saarländische Landesregierung werde "die Möglichkeit einer einstweiligen Verfügung prüfen", um den rechtswidrigen Betrieb der beiden Blöcke I und II in Cattenom zu stoppen.

31.10.1988: Nach Beschluss des Europäischen Gerichtshofs zog am 21. Oktober Frankreich die Betriebsgenehmigung zurück. Quelle taz-de

Einen Monat nachdem der Europäische Gerichtshof den Betrieb der Blöcke I und II des französischen Atomkomplexes in Cattenom für rechtswidrig erklärt hat, demonstriert die Regierung in Paris, was sie von dieser Entscheidung hält: Gar nichts.

Mit Datum vom 21. Oktober zog der französische Industrieminister seine illegalen Betriebsgenehmigungen für die beiden 1.300-Megawatt-Meiler vom Februar 1986 zunächst zurück, um dann noch am selben Tag den weiteren Betrieb der Reaktoren mit zwei neuen Genehmigungserlassen abzusichern. Die neuen Erlässe, die die Ableitung flüssiger und gasförmiger radioaktiver Stoffe aus den beiden Reaktoren regeln, unterscheiden sich in nichts von den Ableitungsgenehmigungen vom Februar 1986.

Die saarländische Landesregierung, die gemeinsam mit zahlreichen Kommunen und Bürgerinitiativen gegen Cattenom vor Gericht gezogen war, will prüfen, ob die neuen Genehmigungsbescheide erneut vor dem Verwaltungsgerichtshof in Straßburg angefochten werden können. Man überlegt in Saarbrücken, ob "aufgrund des jahrelangen rechtswidrigen Betriebs der Blöcke I und II" eine Schadensersatzklage Aussicht auf Erfolg hätte.

22.08.1989 Saarland klagt weiter gegen Cattenom – Ableitungsgenehmigung für radioaktiven Stoffe aus Blöcken 2 und 3 - Quelle: Taz

Als Reaktion auf die neuerlicherteilte Ableitungsgenehmigung für radioaktive Stoffe aus den Blöcken zwei und drei der Nuklearzentrale Cattenom hat das Saarland eine weitere Klage gegen den Ausbau des Atomgiganten angekündigt. Wie der Sprecher des saarländischen Umweltministeriums gegenüber der taz erklärte, richte sich die Klage gegen die "illegale Aufrüstung" der beiden Blöcke von ursprünglich 900 auf 1.300 Megawatt je Block. Die erneute Klage vor dem Straßburger Verwaltungsgericht werde innerhalb der nächsten zwei Monate eingereicht.

Diese Klage verblieb ebenso ohne jeglichen Erfolg.

Viele tausende Menschen haben seit den 73er Jahren die Bauplanung des AKW Remerschen und im gleichen Zeitraum die Bauplanung des AKW Cattenom bis Mitte der 1990er kontinuierlich bewegt.

- In der Folge haben ebenso unzählige tausende Menschen gegenüber dem unverantwortlichen Weiterbetrieb der Cattenom-Pannenmeiler bis heute die verschiedensten Protestaktionen begleitet. 

Ein Ende des Widerstands gegen den Weiterbetrieb der Cattenom-Pannenmeiler ist nicht in Sicht!

Fotogalerie Widerstandära

Foto 1: EU Brückentag 10.03.2018 gegen Atomkraft in Saarwellingen - Bildquelle: Waltraud Andruett.

Foto 2: EU Brückentag 10.03.2018 gegen Atomkraft in Mettlach (Gemeinschaftsprotest zum EU Brückentag - Organisation: Cattenom Non Merci - Teilnehmer : Linkspartei Saar & Attac Untere Saar. Bildquelle: Irene.

Foto 3: Anti Atom Demo Paris 10.06.2010 - Bildrechte: Ute Schlumpberger.

Foto 4: Anti Cattenom Demo in Metz, Place St. Louis 27.09.2014 - Bildrechte: Ute Schlumpberger.

Foto 5: 17.09.2011 Grenzüberschreitende Demo für den Stopp des AKW Cattenom in Perl - Bildquelle: Egon Sommer

Foto 6: 14.05.2024 Protestaktion zur Veranstaltung der Bürgerbefragung der Bevölkerung zur Laufzeitverlängerung der Pannenmeiler Cattenom im Ort. Bildrechte: Ute Schlumpberger.

Fotogalerie Widerstandära Luxemburg: 20 Jahre Kampf gegen die Atomenergie in Luxemburg,

"Biergerinitiativ Museldall" im Herbst 1973 gegründet von Frau Elisabeth Kox-Risch.

Quelle: https://www.meco.lu/wp-content/uploads/2013/12/20060412112822_meenung_nr_07.pdf

Kühlturmbesetzung 1986- neun Aktivisten der Umweltschutz-Organisation Robin Wood bestiegen einen Kühlturm im AKW Cattenom und hissten ein Transparent mit der Schrift: "Strom ja - so nicht! Non au Nucleaire".

Bild-Quelle: https://a3wsaar.de/aktion/2016-oktober-30-jahre-cattenom-kuehltturmbesetzung-1986

Kühlturmbesetzung 1986 Robin Wood
Kühlturmbesetzung 1986 Robin Wood

Menschenkette gegen Cattenom

13.9.1986

Ludwigshafen (taz) - Die Protestaktionen gegen den französischen Atommeiler Cattenom gehen zum Wochenende weiter. Mit einer ersten internationalen, länderübergreifenden Menschenkette wollen zahlreiche Bürgerinitiativen am Sonntag erneut gegen Cattenom demonstrieren. Geplant ist nach Angaben der "internationalen Aktionsgemeinschaft gegen Cattenom" eine Menschenkette, die die drei EG–Länder Luxemburg, die BRD und Frankreich verbindet. Rechts und links der Mosel entlang will man die Menschenkette dann so nah wie möglich an das AKW verlängern. Im Aufruf zu der Demonstration heißt es: "Wir wollen nach einer Katastrophe nicht aus unserer Heimat evakuiert werden, wie dies die Planungen der französischen und deutschen Regierungen vorsehen." Die Sammelpunkte ab 13.30 Uhr: Schengen (Luxemburg), Moselparkplätze Perl (Saarland), Zollstelle. Felix Kurz

Quelle: https://taz.de/Menschenkette-gegen-Cattenom/!1877742/


Grafiken der Bürgerinitiative gegen die atomare Bedrohung Saarwellingen. © Ambrosius Theis

Zum Vergleich: Werte der Umgebungsradioaktivität; Grafiken Juni und August 1990 (S. 1, S. 2 und Zusammenfassung S. 3)

Bild 1 Kapazität 1986 - die Lichter gehen nicht aus - Quelle Bürgerinitiative gegen die atomare Bedrohung Saarwellingen. © Ambrosius Theis

Bild 2: Unterschied Bequerel und Co - Quelle Bürgerinitiative gegen die atomare Bedrohung Saarwellingen. © Ambrosius Theis

Bild 3: Unterschied Bequerel und Co - Quelle Bürgerinitiative gegen die atomare Bedrohung Saarwellingen. © Ambrosius Theis

Bild 4: Tritium Mosel bei Besch - Zeitraum 15031984 - 1122000 - Quelle Bürgerinitiative gegen die atomare Bedrohung Saarwellingen. © Ambrosius Theis

Bild 5: 1986-1987 - SuperGau - Quelle Bürgerinitiative gegen die atomare Bedrohung Saarwellingen. © Ambrosius Theis

Pressestimmen zu Klagen gegen den Pannenmeiler Cattenom

1) 22.08.1989 Saarland klagt weiter gegen Cattenom –Ableitungsgenehmigung für radioakt Stoffe aus Blöcken 2 und 3

Quelle Taz.de

2) 31.10.1988 Nach Beschluss Europäische Gerichtshof zog am 21 Oktober Frankreich Betriebsgenehmigung zurück

Quelle taz.de

3) 23.09.1988 Europäischer Gerichtshof erklärt Betrieb der Blöcke I und II des Atommeilers Cattenom für rechtswidrig

Quelle taz.de

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